Mit der Home Assistant 2026.5 Beta veröffentlicht das Open Home Foundation eine der umfangreichsten Updates der letzten Zeit. Das Release bringt nicht nur zahlreiche Verbesserungen bei Dashboards und Automationen, sondern öffnet Home Assistant erstmals stärker für klassische Funktechnik und ältere Hardwaregenerationen. Bestehende Geräte sollen weiter nutzbar bleiben, während gleichzeitig die Benutzeroberfläche moderner und die Konfiguration einfacher wird.
Home Assistant entdeckt klassische Funktechnik
Die wohl wichtigste Neuerung von Home Assistant 2026.5 ist die Einführung nativer Unterstützung für Radio Frequency (RF). Während Home Assistant bisher vor allem auf moderne Smart-Home-Standards wie Zigbee, Z-Wave oder Matter gesetzt hat, lassen sich nun auch klassische Funkgeräte deutlich einfacher integrieren. Dazu gehören unter anderem:
- 433-MHz-Funksteckdosen
- ältere Rollladensteuerungen
- Funkfernbedienungen
- ältere Smart-Home-Komponenten
Zum Start erfolgt die Umsetzung über zwei Integrationen:
- ESPHome in Kombination mit passenden Funkmodulen für die Frequenzbereiche 315, 433, 868 und 915 MHz. Für DIY-Projekte empfiehlt Home Assistant unter anderem das bekannte CC1101-Funkmodul*.
- Als fertige Komplettlösung wird außerdem der Broadlink RM4 Pro* unterstützt, der bereits einen integrierten 433-MHz-Sender und -Empfänger besitzt.
Interessant ist dabei die strategische Ausrichtung des Projekts: Nach der Einführung von Infrarot-Support im Release 2026.4 erfolgt nun gezielt die Unterstützung für Legacy-Hardware. Laut den Beta-Hinweisen soll dies zudem den Weg für zukünftige Hardwareprodukte von Nabu Casa* vorbereiten.
Serial-over-IP mit ESPHome
Eine weitere technisch spannende Neuerung ist die Unterstützung von seriellen Schnittstellen über das Netzwerk via ESPHome. Dadurch können serielle Geräte künftig dezentral angebunden und beispielsweise per WLAN mit Home Assistant verbunden werden. Bislang waren für viele serielle Geräte eine direkte Kabelverbindungen notwendig. Mit der neuen Lösung lassen sich entsprechende Geräte deutlich flexibler in bestehende Installationen integrieren. Besonders interessant dürfte dies für Heizungssteuerungen oder Smart-Meter sein, diese sind häufig im Keller installiert.
Neues Dashboard für Wartung
Home Assistant 2026.5 führt außerdem ein neues integriertes Dashboard Wartung ein. Das Dashboard erkennt automatisch für die Wartung relevante Geräte und stellt deren Status zentral dar.

Im Fokus stehen aktuell vor allem Batteriestände von Sensoren, die über keine feste Stromversorgung verfügen. Gerade in größeren Systemen mit vielen unterschiedlichen Sensoren war das Batteriemanagement bislang häufig fragmentiert und erforderte individuelle Dashboards über den Status im Blick zu behalten. Mit dem neuen Dashboard Wartung reduziert Home Assistant diesen Aufwand deutlich.
Dashboard Sicherheit erhält Live-Aktivitätsansicht
Auch das Dashboard Sicherheit wurde mit neuen Funktionen erweitert. Neu ist eine integrierte Activity-Sidebar, die Sicherheitsereignisse in Echtzeit anzeigt.

Dazu gehören beispielsweise Fenster- und Türsensoren, Bewegungsmelder, Türschlösser und Kamerabewegungen. Dadurch entwickelt sich Home Assistant zunehmend von einer reinen System für Automatisierungen zu einem vollwertigen Sicherheitslösung.
Neue Karte für Schnellzugriffe
Eine der sichtbarsten Neuerungen ist die neue Karte auf der verschiedene Schnellzugriffe angezeigt werden können. Mit ihr lassen sich Navigationen zu Dashboards, Bereichen oder Geräteansichten umsetzten. Aktionen auslösten, den Sprachassistenten starten oder auf externe URLs verlinken.

Dadurch werden viele bisher notwendige spezifische und komplexe Lösungen überflüssig. Vor allem auf mobilen Dashboards sorgt die neue Karte für deutlich schnellere und übersichtlichere Bedienkonzepte.
Fazit Home Assistant 2026.5 Beta
Home Assistant 2026.5 Beta zeigt deutlich, wohin sich das Projekt entwickelt. Modernere Dashboards und bessere Unterstützung bestehender Hardware. Vor allem die neue RF-Unterstützung und die Serial-over-IP-Funktionen dürften langfristig enorme Auswirkungen haben, weil dadurch auch ältere Gerätegenerationen wesentlich einfacher in moderne Smart-Home-Systemen integriert werden können.
Wer die Beta bereits testet, sollte allerdings weiterhin mit kleineren Fehlern und unfertigen Funktionen rechnen, bis das finale Release veröffentlicht wird.
Quelle/Foto: (Chris Smart / Amazon / Home Assistant )
Ich bin Christian und habe den Blog 2024 gegründet. Ich bin gelernter Kommunikationselektroniker, technikbegeistert und Smart-Home-Enthusiast mit langjähriger Erfahrung im Bereich vernetzter Haushaltsgeräte. Mit großer Leidenschaft verfolge ich aktuelle Entwicklungen und teste regelmäßig neue Produkte, um verständliche Einblicke und praxisnahe Empfehlungen zu geben.