Navimow H5 Pro: EdgeMaestro mäht bis zur Rasenkante

Navimow H5 Pro: EdgeMaestro mäht bis zur Rasenkante

Navimow

Nur wenige Tage nach dem ersten Teaser hat Segway* den Navimow H5 Pro vorgestellt. Damit ist nun auch klar, was hinter dem Slogan „Crafted to the Millimetre“ steckt: Ein ausfahrbarer Mäharm der das Schneidwerk bis unmittelbar an Mauern, Beete und andere Rasenkanten bringen.

In meinem ersten Ausblick auf den Navimow H5 Pro waren viele technische Einzelheiten noch offen. Neben dem sogenannten EdgeMaestro-Arm bringt der H5 Pro einen weiterentwickelten Allradantrieb, eine Navigation aus LiDAR, Kameras und Network RTK sowie einen Wärmebildsensor zur Erkennung von Kleintieren mit. Einige wichtige Angaben fehlen allerdings weiterhin.

Navimow H5 Pro vorgestellt: Das sind die Highlights

Die sieben wichtigsten Neuerungen des Navimow H5 Pro im Überblick:

  1. Der EdgeMaestro-Mäharm fährt das Schneidwerk um bis zu 7,7 Zentimeter seitlich aus.
  2. Für Rasenfläche und Rasenkante kommt derselbe Mähteller zum Einsatz.
  3. EdgeSense 2.0 steuert den Arm an geraden, weichen und unregelmäßigen Begrenzungen.
  4. Der Xero-Turn-Allradantrieb soll Steigungen bis 80 Prozent bewältigen.
  5. Unebenheiten und Hindernisse bis sechs Zentimeter Höhe sollen überfahren werden können.
  6. EFLS Tri-Fusion kombiniert LiDAR, Kameras und dynamisches Network RTK.
  7. VisionFence 360° ergänzt die optische Erkennung um einen thermischen Infrarotsensor.

Beim Kantenmähen gibt Navimow den Geräuschpegel mit mindestens 58 dB(A) an. Preis, Marktstart, Flächenleistung, Schnittbreite und Akkulaufzeit wurden dagegen noch nicht offiziell genannt. Die technischen Angaben stammen bislang überwiegend aus der Pressemitteilung von Segway Navimow.

Navimow H5 Pro: EdgeMaestro fährt bis an die Rasenkante

Selbst sehr präzise navigierende Mähroboter haben ein konstruktionsbedingtes Problem: Der Mähteller sitzt normalerweise einige Zentimeter innerhalb des Gehäuses. Entlang einer Mauer oder eines Zauns kann der Roboter deshalb nicht weit genug nach außen fahren. Ein schmaler Streifen Gras bleibt stehen und muss später mit einem Rasentrimmer nachbearbeitet werden.

Navimow H5 Pro: EdgeMaestro fährt bis an die Rasenkante

Softwarebasierte Funktionen können den Mähroboter zwar näher an einer Begrenzung entlangführen. Wie das bisher funktioniert, zeigt beispielsweise das Edge-Sense-Update für den Navimow i2 LiDAR Pro. Den Abstand zwischen Gehäusekante und Messerteller kann Software allein jedoch nicht beseitigen.

Der H5 Pro geht deshalb einen mechanischen Schritt weiter. Sein EdgeMaestro-Arm bewegt den regulären Mähteller während der Fahrt um bis zu 7,7 Zentimeter nach außen. Anders als bei einem zusätzlichen Kantentrimmer arbeitet der Roboter auf der Fläche und am Rand mit demselben Schneidsystem. Damit soll er als Mähroboter bis zur Rasenkante arbeiten, ohne einen sichtbaren Streifen zurückzulassen.

Der Arm ist laut Navimow schwimmend und in mehrere Richtungen beweglich gelagert. Dadurch soll er Bodenwellen folgen und bei einem seitlichen Kontakt, etwa mit einer Gartenleuchte, nachgeben können.

Zusätzlich zieht ein kleines Rechenmodul die Grashalme an der Kante nach innen zum Messer. Zwei Führungsrollen sollen verhindern, dass der Arm zu stark an Mauern oder anderen festen Begrenzungen reibt. Die EdgeSense-2.0-Software passt seine Position während der Fahrt an unterschiedliche Situationen an – von geraden Terrassenkanten bis zu geschwungenen Beeten und weicheren Übergängen.

Das klingt nach einer durchdachten Lösung. Ob der H5 Pro damit wirklich überall ohne sichtbaren Reststreifen mäht, muss sich allerdings erst im Garten zeigen. Gerade lockere Steine, Wurzeln, Rasensprenger und dicht bewachsene Beetkanten dürften für einen beweglichen Mechanismus anspruchsvoll sein.

Xero-Turn-Allradantrieb für steile Grundstücke

Der EdgeMaestro-Arm ist zwar die auffälligste Neuerung, doch auch das Fahrwerk wurde aufwendig konstruiert. Der Navimow H5 Pro besitzt vier einzeln angesteuerte Radnabenmotoren. Klassische Antriebswellen und ein mechanisches Differenzial sind dadurch nicht erforderlich.

Der Xero-Turn-Allradantrieb soll Steigungen von bis zu 80 Prozent beziehungsweise 38,6 Grad bewältigen. Damit liegt der Herstellerwert deutlich über den 55 Prozent, die Segway beim Navimow i2 LiDAR Pro mit LiDAR und Allradantrieb nennt.

Eine Hinterradfederung soll dafür sorgen, dass die Räder auch auf unebenem Boden Kontakt behalten. Navimow spricht außerdem von Hindernissen, Vertiefungen und Kieswegen mit Höhenunterschieden von bis zu sechs Zentimetern.

Beim Lenken kann das System zwischen einer Drehung auf der Stelle und einer eher an ein Auto erinnernden Kurvenfahrt wechseln. Dadurch sollen enge Stellen erreichbar bleiben, ohne beim Wenden unnötig an der Grasnarbe zu reißen.

LiDAR, Kameras und Network RTK arbeiten zusammen

Für seine Orientierung verwendet der Navimow H5 Pro das sogenannte EFLS-Tri-Fusion-System. Es verbindet drei unterschiedliche Verfahren:

  • LiDAR erfasst die räumliche Umgebung.
  • Kameras helfen bei der optischen Einordnung von Wegen, Rasenflächen und Hindernissen.
  • Network RTK liefert präzise Positionsdaten über ein Netzwerk aus Referenzstationen.

Der Mähroboter soll abhängig von der Umgebung automatisch die jeweils geeignete Kombination verwenden. Das kann beispielsweise dann hilfreich sein, wenn Bäume oder Gebäude den Satellitenempfang einschränken, während eine rein kamerabasierte Navigation ebenfalls an ihre Grenzen kommt.

Ob für den H5 Pro zusätzlich eine lokale RTK-Antenne angeboten oder benötigt wird, geht aus der bisherigen Ankündigung nicht hervor. Auch zum erforderlichen Mobilfunkzugang und möglichen Folgekosten hat Navimow noch keine konkreten Angaben gemacht.

Wärmebildsensor soll Igel und andere Kleintiere schützen

Bei der Hinderniserkennung kombiniert VisionFence 360° drei KI-Kameras, LiDAR und einen thermischen Infrarotsensor. Dieser soll die Wärmesignatur von Menschen und Tieren auch bei wenig Licht erkennen. Registriert der Roboter ein mögliches Tier, sollen die Messer gestoppt und die Route geändert werden.

Trotz Wärmebildsensor sollte der H5 Pro nicht als Freibrief für unbeaufsichtigtes Nachtmähen verstanden werden. Igel rollen sich bei Gefahr häufig zusammen, anstatt zu fliehen. Auch die Tierschutzbeauftragte des Landes Brandenburg empfiehlt deshalb, Mähroboter nur tagsüber und möglichst unter Aufsicht einzusetzen. Keine Erkennungstechnik kann jede Situation mit hundertprozentiger Sicherheit abdecken.

Navimow H5 Pro Preis und Marktstart

Einen offiziellen Preis oder Verkaufsstart hat Segway Navimow bislang nicht genannt. Auch Angaben zur empfohlenen Rasenfläche, Akkukapazität, Mäh- und Ladezeit, Schnittbreite, Schnitthöhe, Größe und zum Gewicht fehlen noch.

Golem berichtet unter Berufung auf informierte Kreise über einen möglichen Preis oberhalb von 2.000 Euro. Diese Angabe wurde von Navimow bisher nicht bestätigt und sollte daher noch nicht als endgültiger Verkaufspreis verstanden werden. Ein möglicher Termin für den Verkaufsstart könnte bei der CES im Januar 2027 sein. Ob der H5 Pro dann vorbestellbar oder tatsächlich ausgeliefert wird, ist offen.

Auf der IFA 2026 kann der Navimow H5 Pro vom 4. bis 8. September in Halle 9 am Stand H9-121 angesehen werden. Die aktuellen Angaben zum Messeauftritt stehen auf der offiziellen IFA-Seite von Navimow.

Wo sich das Modell preislich und hinsichtlich der Flächenleistung im Sortiment einordnet, bleibt ebenfalls abzuwarten. Einen Überblick über die bisherige Modellgeneration und die Entwicklung von Allrad- und LiDAR-Systemen gibt mein Beitrag zu den Navimow-Neuheiten der CES 2026.

Fazit zum Navimow H5 Pro

Für mich ist EdgeMaestro die spannendste Neuerung des H5 Pro. Navimow versucht nicht nur, eine vorhandene Kantenfunktion per Software zu verbessern, sondern geht das eigentliche mechanische Problem an: Der Mähteller kann sich über die bisherige Gehäusegrenze hinausbewegen.

Genau darin liegt allerdings auch die größte offene Frage. Ein zusätzlich bewegliches Bauteil muss dauerhaft mit feuchtem Schnittgut, Erde, Staub, Steinen und unregelmäßigen Begrenzungen zurechtkommen. Entscheidend wird deshalb nicht nur das erste Schnittbild sein, sondern auch die Zuverlässigkeit nach einer kompletten Gartensaison.

Ebenso fehlen noch zu viele Daten, um den H5 Pro abschließend einzuordnen. Ohne Flächenleistung, Akkuangaben und Schnittbreite lässt sich kaum beurteilen, für welche Gartengröße sich das Modell tatsächlich eignet und ob der erwartete Premiumpreis gerechtfertigt wäre.

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Quelle/Foto: (Navimow / Golem /Amazon / Reddit)

Häufige Fragen zum Navimow H5 Pro

Was ist das Besondere am Navimow H5 Pro?

Die wichtigste Neuerung ist der ausfahrbare EdgeMaestro-Arm. Er bewegt den regulären Mähteller um bis zu 7,7 Zentimeter nach außen, damit der Roboter näher an Mauern, Beeten und anderen Rasenkanten schneiden kann.

Mäht der Navimow H5 Pro wirklich ohne Randstreifen?

Navimow verspricht ein lückenloses „Zero-Edge“-Mähen. Unabhängige Praxistests müssen noch zeigen, wie zuverlässig das an unterschiedlichen Kanten und auf unebenem Boden funktioniert.

Welche Steigungen schafft der Navimow H5 Pro?

Laut Hersteller soll der Xero-Turn-Allradantrieb Steigungen von bis zu 80 Prozent beziehungsweise 38,6 Grad bewältigen.

Wie erkennt der H5 Pro Igel und andere Tiere?

VisionFence 360° kombiniert drei KI-Kameras, LiDAR und einen thermischen Infrarotsensor. Bei einer möglichen Tiererkennung sollen die Messer stoppen und der Mähroboter seine Route ändern.

Was kostet der Navimow H5 Pro?

Ein offizieller Preis wurde noch nicht bekannt gegeben. Angaben über einen Preis von mehr als 2.000 Euro sind bislang unbestätigt.

Wann kommt der Navimow H5 Pro auf den Markt?

Navimow hat noch keinen verbindlichen Verkaufsstart genannt. Medienberichte nennen einen möglichen Termin Anfang 2027, eine offizielle Bestätigung gibt es dafür aber nicht.

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